Wo lohnt sich der Immobilienkauf und wo eher nicht?

In der Ausgabe 11/2016 hat der FOCUS einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht, den wir Euch nach Rücksprache mit der zuständigen Redaktion hier auch gern zur Verfügung stellen wollen:

Niedrige Zinsen, Angst vor Inflation und die Sehnsucht nach bleibenden Werten – die Deutschen im Immobilien-Fieber: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, in Ziegel zu investieren? Eine Analyse.

Von den FOCUS-Redakteuren Thomas Glöckner, Michael Franke und Bernd Johann

München, Stadtteil Pasing, am Wochenende vor Ostern. Im schwarz-weiß-rot lackierten Info-Bungalow des Bauträgers Baywobau herrscht reger Besuch. Auf dem Grundstück, das von einem Kindergarten, einer Moschee, einem Kloster und einem früheren Landsitz des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph gesäumt wird, ist noch wenig zu sehen: aufgerissene Grassoden, Baumstümpfe, zusammengeschobenes Reisig. Interessenten müssen schon etwas Fantasie aufbieten, um sich sechs Häuser mit 77 2- und 3-Zimmer-Wohnungen vorzustellen, die hier entstehen sollen.

Unterm Eichenparkett wird eine Fußbodenheizung wärmen, die Fenster werden dreifach verglast, im Bad liegen Marazzi-Fliesen. Zwei Zimmer mit knapp 55 Quadratmetern Wohnfläche kosten 270 000 Euro, drei Zimmer mit rund 69 Quadratmetern sogar 350 000 Euro. Dazu kommen jeweils 18 400 Euro für den Tiefgaragenplatz.

4900 Euro für einen Quadratmeter in einem Stadtteil, der allenfalls als mittlere Lage gelten kann? Auch solch ambitionierte Preise schrecken Käufer derzeit nicht ab. Wenige Monate nach Verkaufsstart sind für das „Wohnen im Park“ bereits „74 der 77 Einheiten verkauft“, freut sich Baywobau-Vorstandssprecher Alexander Hofmann: „Die Nachfrage war besonders hoch.“

Wohnungen und Häuser sind begehrt – und damit steigen die Preise. „2011 war ein regelrechtes Boomjahr. Freie Wohnungen wurden uns fast aus den Händen gerissen“, jubelt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident beim Immobilienverband Deutschland (IVD). Er hofft, dass es 2012 so weiter geht.

Die prall gefüllten Auftragsbücher zeigen, dass neben großen Investoren gerade private Kleinanleger den deutschen Immobilienmarkt wiederentdeckt haben, um den sie jahrelang oft einen großen Bogen gemacht hatten. Erstmals seit der Wiedervereinigung ist „ein konjunktureller Aufschwung mit einer markanten Preisreaktion auf den Häusermärkten verbunden“, beobachten die Volkswirte der Deutschen Bundesbank. Sie meinen: Die Wirtschaft brummt – und die Immobilienpreise gehen durch die Decke.

2011 mussten Käufer von Wohnimmobilien in 125 Städten im Schnitt 5,5 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr, errechnet das Marktforschungsunternehmen BulwienGesa. Und dies, obwohl die Preise schon 2010 um 2,5 Prozent gestiegen waren. „Die Finanzkrise 2008/2009 hatte die Nachfrage gebremst“, analysiert Immobilien-Experte Reiner Braun vom Beratungsunternehmen Empirica, „jetzt scheint die Krise überwunden zu sein, Lohnsteigerungen sind in Sicht, die Stimmung hellt sich auf.“

Was aber bedeutet die allgemeine Lage am Immobilienmarkt konkret für den Einzelnen: Soll man „jetzt kaufen“? Ist die Fieberkurve schon zu hoch, eine Preisblase schon am Platzen? Bleibt es lukrativer, weiter zur Miete zu wohnen?

Marketingleiter Frank W. Jacob ist optimistisch. Er setzt auf die Wertsteigerung und erwarb seine Wohnung in Hamburgs attraktiver Lage HafenCity. „Traumhafter kann man in Hamburg nicht wohnen“, sagt der Manager, der die 140 Quadratmeter große Wohnung mit Eichenholzboden erst mietete – und nun für 4700 Euro/m2 gekauft hat. Er wohnt direkt in der HafenCity. Mancher Makler behauptet, die neuen Häuser am Hafen seien überteuert. Jacob ist zuversichtlich: „In dieser Lage werden die Preise steigen.“

Rechtsanwältin Sophie von Mettenheim hat sich für die Mietwohnung in Frankfurt/Main entschieden: „Mein Mann und ich haben wegen der Nähe zu Mandanten ein Apartment in der Frankfurter City gemietet“, erklärt Sophie von Mettenheim. Für die 100-Quadratmeter-Wohnung zahlt sie 1200 Euro kalt. Auf Mobilität legt die Fachanwältin für Familienrecht sehr viel Wert – besonders im Hinblick auf die spätere berufliche und familiäre Entwicklung.

In exklusiven Musterrechnungen hat FOCUS vom Münchner Berater VZ Vermögenszentrum und dem Experten Tom Friess ermitteln lassen, ob es sich wirklich lohnt, in eine Eigentumswohnung zu investieren. Oder ob es sich eher rechnet, zur Miete zu wohnen und das Ersparte auf die hohe Kante zu legen.

»Wer beruflich flexibel bleiben will, bleibt besser Mieter« Tom Friess, Geschäftsführer beim VZ Vermögenszentrum München

Die Ausgangslage für alle drei Varianten: Ein zur Miete wohnendes Ehepaar verfügt über ein Barvermögen von 100 000 Euro. Dieses Geld kann als Fundament für eine eigene Wohnung dienen. Alternativ ließe es sich bei einer Bank sicher anlegen. Als dritte Möglichkeit rechneten die Experten den Kauf einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage durch. Das Paar bewohnt sie nicht selbst, sondern vermietet sie. Ziel ist in jedem Fall, möglichst viel aus den eingesetzten 100 000 Euro zu machen.

Den ganzen Artikel findet Ihr hier.

Quelle: Focus.de oder Focus Ausgabe 11/2016 Titelthema

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